Bewältigungs-Strategien brauchen alle Menschen, um mit schwierigen Situationen umzugehen. Wir Neurodiversen brauchen z.T. mehr, auch für alltägliche Situationen und vor allem andere Strategien. Und vor allem brauchen wir die Ermutigung dazu, diese wirklich anzuwenden.
Es braucht Strategien auf allen Ebenen:
- Anfangen können
- Sensorische Überlastung
- emotionale Überlastung
- Zeitmanagement
- Dinge in Ordnung halten
- zwischenmenschliche Beziehungen gestalten
zu 1: Da bei Menschen mit ADHS der Dopamin-Spiegel tiefer liegt, fällt es schwerer, Dinge anzufangen (S. Paralyse). Es gibt aber viele Möglichkeiten, das Dopamin so zu erhöhen, dass die Schwelle überwunden werden kann.
zu 2: Ein Kopfhörer (evtl. mit Noise-cancelling) hilft dabei, sich besser konzentrieren zu können (s. a. Hochsensibilität).
zu 3: kurzfristig hilft oft nur, sich aus der Situation zu begeben. Längerfristig geht es darum, besser sich abzugrenzen und weitere Techniken zu lernen (z.B. Meditation)(s. Emotionsregulierung).
zu 4: Wegen der hohen Ablenkbarkeit hilft es, zentrale Dinge wie ein Kalender oder eine Uhr immer sichtbar aufzustellen (s. Zeitblindheit).
zu 5: Dinge möglichst dort platzieren, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Sich ein eigenes System ersinnen, da jedes Gehirn anders funktioniert (s. Bild: An der Haustüre als letzte Chance zu überprüfen, ob man das Wihctigste dabei hat)Stärken bei ADHS
zu 6: Missverständnisse sind der Normalfall, auch bei neurotypischen Menschen. Anders zu sein verstärkt dies. Anders zu sein bringt aber auch viele Stärken, die leicht vergessen werden (Spontanität, Loyalität).
Diese Liste kann beliebig verlängert werden. Dazu biete ich ADHS-Gesprächsgruppen und ADHS-Coaching an.
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