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Erholung (Entspannen, Pausen, Schlaf)

Entspannen

Das ADHS-Gehirn ist ständig UNTERstimuliert, was dermassen unangenehm ist, dass es dauernd versucht, sich entweder motorisch zu stimulieren (s.a. Stimming), resp.  in eine Gedankenwelt zu flüchten.  Grund dafür ist der zu niedrige Dopamin-spiegel.

Neben der Fülle der Gedanken kann es auch daran liegen, dass vieles nicht erledigt werden konnte, sei es wegen zu optimistischer Zeitplanung, Lähmung oder Abgelenktsein.

Bewegung ist für das Dopamin immens wichtig und dabei ist es wichtiger, regelmässig sich zu bewegen als wie lang und wie intensiv. Ein Morgenspaziergang von zehn Minuten kann einen riesigen Unterschied machen*.

Pausen

Menschen mit ADHS sind oft in Verzug, sei es weil sie zu viele Aufgaben übernommen haben oder weil sie zu optimistisch geplant haben (s. Zeitblindheit) oder erst bei nahen Abgabefristen in die Gänge kommen.

Menschen mit ADHS vergessen oft Pausen zu machen. Dies verstärkt das Gefühl, überwältigt zu sein. Pausen werden aber auch bewusst ausgelassen, da der Wiedereinstieg oft harzig ist.

Produktivität

Menschen mit ADHS passen oft nicht in dieses Schema eines Büroalltages. Sei es weil sie später ins Bett gehen, weil ihre Produktivität sehr schwankend ist oder weil sie diese Zwangspausen stören. Und das ist nur der zeitliche Aspekt.

Die Welt braucht nicht noch mehr erfolgreiche Leute.
Die Welt braucht verzweifelt mehr Friedensstifter, Heiler, Wiederhersteller, Geschichtenerzähler und Liebende aller Art.

Dalai Lama

Das Hinterfragen der im 21. Jahrhundert hochgepriesenen Produktivität kann als Chance betrachtet werden, der Welt das zu geben, was sie wirklich braucht. Dies wäre für alle entspannter.

Schlaf

Schlafprobleme sind bei ADHS weit verbreitet. Viele haben einen anderen Schlaf-Wach-Rhythmus als die Mehrheit. Durch das späte ins Bett gehen sind sie am nächsten Tag zu wenig ausgeruht. Dadurhc sind sie tagsüber nicht gleich leistungsfähig, aber abends werden sie wieder wacher und holen einiges  nach, was wieder zu einem späten Schalfengehen führt.

Ein weiterer Grund ist die Schwierigkeit, sich zu entspannen, da dann wenig Input kommt und somit wenig Dopamin entsteht (s.o.). Oder aber es kamen zu viele Reize tagsüber und die Reizüberflutung muss erst verarbeitet werden.

Deshalb ist es so wichtig zu lernen, wie das eigene Nervensystem reguliert werden kann (s.a. Stimmungsschwankungen).

Literaturempfehlung: Anleitung zum Müssiggang. Tom Hodgkinson.

* Einfluss von Bewegung aufs Gehirn: Youtube ab Min 8.35 mit Patrick LaCount

Mit einem ADHS-Gehirn ist es schwierig abzuschalten
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