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Wie wir uns selber klein reden

Coverbild des Buches small talk
Coverbild des Buches small talk

Das Ehepaar Rox und Rich Pink, welches unter adhd_couple in den Social Media auftreten, hat ein zweites Buch geschrieben: „Small Talk„, ein Wortspiel, denn selbstverständlich geht es nicht um den üblichen Small Talk, sondern darüber, wie besonders wir mit ADHS uns selber klein reden.

Das Buch besteht aus zehn Kapiteln, die den (mindestens 10) Lügen entsprechen, die wir uns erzählen. In jedem Kapitel erzählt erst Rox, wie und warum sie sich diese Lüge erzählt hat und was sie sich heute stattdessen erzählt. Rich (inzwischen mit ASS diagnostiziert), erzählt seine Perspektive als Ehemann.

Ich habe unten die 10 Lügen aufgefürt (und durchgestrichen, damit niemand auf falsche Ideen kommt) und die Kapitel zusammengefasst und teilweise ergänzt.

In der Gesprächsgruppe haben wir diese Lügen besprochen (und z.T. ergänzt) und unterschieden, ob wir sie von anderen gehört haben (ja alle) und welche wir uns selber sagen.  Ein ehrliches Gespräch, irgendwie traurig, aber da wir uns stärken können, auch hoffnungsvoll.

Die zehn Unwahrheiten

1. Ich bin faul

Produktivität wird idealisiert bis zum Burnout. => Stattdessen: neue, selbst definierte Arbeitsethik

2. Ich gebe mir zu wenig Mühe

  • Ich mache/gebe mein Bestes. Ich habe Stärken. Ich muss nicht alles alleine machen

3.. ADHS gibt es nicht

  • ADHS ist eine der häufigsten Diagnosen bei Kindern – seit Jahrzehnten. ADHS und Ritalin sind seit Jahrzehnten erforscht. ADHS gab es schon immer. Bei Jäger:innen und Sammler:innen sogar öfter, da ADHS ein Vorteil war.
  • Es gibt ein Recht auf Unterstützung.

4. Ich mache nichts zu Ende

  • Es ist okay, die Richtung zu wechseln oder Phasen zu haben. => Viele Wege führen nach Rom

5. Ich bin dumm

  • ADHS- Symptome sind KEIN persönliches Versagen. Ich verdiene Unterstützung, nicht Verurteilung. Ich habe Fertigkeiten, die aussergewöhnlich sind.

6. Alle hassen mich heimlich

  • Nicht alle müssen mich mögen – und das ist okay. Ich vertraue darauf, dass die Menschen, die ich mag, mich, darauf ansprechen, wenn es einen Anlass gibt. Ich brauche mehr Rückversicherung als andere und das ist okay.

7. Ich bin unfähig

  • Ich habe viele verschiedene Fähigkeiten. ich muss mich nicht schlecht fühlen wegen Dingen, die mir nicht liegen.

8. Ich falle zu Last

  • Ich werde gemocht, selbst wenn ich mit Schwierigkeiten kämpfe. ich bin wertvoll, unabhängig davon, was ich an Unterstützung benötige. Ich verdiene Freundlichkeit und Nachsicht von anderen Menschen.

9. Ich bin eine Versagerin

  • Ich kann viel zu dieser Welt beitragen. Ich muss dies nicht alleine machen.
  • Misserfolg ist ein unabdingbarer Teil auf dem Weg zum Erfolg. Ich arbeite auf meine Träume hin.
    * (There ist noch rejection only redirection)

10. Die Welt braucht mich nicht

Ich werde geliebt, gebraucht und bin wertvoll. Ich muss meinen Weg nicht alleine gehen. Auch ich verdiene es, hier zu sein mit all’ meinen Macken und Schwächen. Und ich trage viel zu dieser Welt bei.

Zusätzlich/ergänzend/ anders formuliert
1. Ich bin zu viel für die anderen

Das ist in erster Linie deren Problem

2. Ich sollte wie die anderen sein

Ich bin anders, und das ist gut so.

1 Kommentar zu „Wie wir uns selber klein reden“

  1. Pingback: Lüge Nummer 1: Ich bin faul (wie wir uns selber klein reden) - Gesundheitspsychologin

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